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Ein Strohhalm zu Weihnachten

DSC00854aFotos & Text M. Schmülling Mit dem Adventslied „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ begannen die Adventsgottesdienste der 7. bis 10. Klassen in der St.Michaels-Kirche und dann berichteten die Schüler*innen von ihren Jahresrückblicken 2020: Brexit; Corona: homeschooling, Quarantäne, keine Klassenfahrten, Masken, Hoffnung auf Impfstoff; Tod von George Floyd / Black Lives Matters; UN-Klimakonferenz in New York und Klimakatastrophen in der Welt, Klimastreik und fridays for future; Explosion im Hafen von Beirut und weltweite Attentate; der FC-Bayern gewann das Triple; Potentialanalysen für die 8.Klassen; Tod von Thomas Oppermann; US-Präsidenten-Wahl.
Mit „Wir sagen euch an den lieben Advent“ hörten wir von der Hoffnung auf ein besseres neues Jahr: „Freut euch ihr Christen, freuet euch sehr! Schon ist nahe der Herr!

DSC00847 Und dann wurde die Geschichte eines Krippenspiels erzählt, dass Jugendliche einer Gemeinde modern inszeniert (mit Marien-Ikone im Stroh), geprobt und die 3 Könige vergessen hatten mit einzuplanen. „Die sprechen wir spontan an!“ Gesagt, getan und alles lief bei der Aufführung reibungslos. Der erste König kam mit einer Gehhilfe, berichtete von seinem schweren Autounfall und der langen Genesung und legte zum Dank seine Krücke als Geschenk vor die Krippe. Der zweite König war eine Frau, die berichtete, sich zeitlebens für Mann, Familie, Eltern, Kinder, Enkel und Freunde aufgeopfert zu haben, bis sie zusammen brach und erst in der Krise zu sich selbst fand. Sie schenkte dem Kind in der Krippe ihr „Ja-zu-sich selbst“! Alle sahen gebannt zu, als der 3. König, ein älterer, ergrauter Herr, sich vor die Krippe hockte: „Ich bin der König mit den leeren Händen!“ begann er, „Ich habe kein Ja, nur ein NEIN! Ein Nein zu mir und meinem Leben. Wenn ich daran denke wird mir ganz schlecht! Und du, Kind in der Krippe, willst mir helfen? Wie denn? Wo du doch selbst am Kreuz gestorben bist!“ Mit diesen Worten hatte er sich fragend zur Gemeinde gewandt. Es entstand eine merkwürdige bedrückende Stimmung im Raum. – Da ging der Josef-Darsteller zur Krippe, nahm einen Strohhalm heraus und legte ihn dem Alten in die leeren Hände: „Das Kind in der Krippe ist der Strohhalm, an den du dich klammern kannst!“ Totenstille; der Satz klang vielen im Herzen! Nach einer Weile kam eine junge Frau, kniete sich vor die Krippe, zupfte sich einen Strohhalm heraus und nach und nach kamen alle, nahmen sich einen Strohhalm aus der Krippe und gingen in die kalte Winternacht hinaus.

Ich steh an deiner Krippen hier, o Jesu, du mein Leben;
ich komme, bring´ und schenke dir, was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,
Herz, Seel´ und Mut, nimm alles hin
und laß dir´s wohl gefallen.

Nach einem Fürbitt-Gebet und dem Segen trug Pater Joos die Scherbe mit Stroh und Ikone an den Ausgang und viele Schüler*innen zupften sich einen Strohhalm heraus und gingen in den hellen Morgen hinaus; schwungvoll begleitet von dem Lied:
Stern über Bethlehem, zeig und den Weg! Führ uns zur Krippe hin, zeig wo sie steht! Leuchte du uns voran, bis wir dort sind. Stern über Bethlehem führ uns zum Kind!“