WPK - Compassion

Geschrieben von Heike Heinemann-Ludwig am .

Wahlpflichtkurs Compassion (Compassion = "mit-leiden" = "mit-HELFEN")

Wir fördern die soziale Kompetenz unserer SchülerInnen, indem sie - anstelle in den Unterricht - in soziale Einrichtungen (St. Paulus-Seniorenstift, Seniorenzentrum Göttingen, Mittagstisch St. Michael, Bahnhofsmission, Kindergarten Schillerstr. e.V., etc.) gehen und "fremden" Menschen ihre Zeit zur Verfügung stellen.
Dabei stoßen sie unweigerlich an die Grenzen menschlichen Lebens und stellen Fragen nach dem Sinn des Lebens; "Was ist der Mensch"; Leiden, Sterben, Tod; Lebensfreude und Vertrauen.
So erfahren sie, dass die Hingabe zum Nächsten sie stärkt und bereichert. Die verantwortliche Einbindung in eine Institution/Einrichtung schärft den Blick für ihre zukünftige Berufswelt.
Vorbereitet und begleitet werden die SchülerInnen von der Beratungslehrerin Frau Stobbe und dem Bildungsreferenten Michael Schmülling.

 Hier zwei Beispiele aus den Erfahrungen der Schüler/-innen:

 Erfahrungsbericht Compassion

DSC 0464Ich habe mich für den WPK-Kurs Compassion entschieden, weil ich gerne mit Menschen zu tun habe. Seit Beginn des Kurses bin ich zwei Stunden in der Woche in einem Altenheim, wo ich demente und behinderte Bewohner betreue.

Manchmal ist es schwierig, mit unbekannten Situationen umzugehen. Jedes Mal, wenn ich auf meine Station komme, werde ich von den Bewohnern gefragt, wer ich sei, ob ich noch zur Schule gehe oder schon arbeite. Jedes Mal freundlich zu antworten ist nicht immer einfach. Deswegen muss man sich im Klaren sein, dass die Bewohner eine Krankheit haben und nichts dafür können, dass sie immer wieder eben alles vergessen.

DSC 0468Meine Aufgabe ist es, die Bewohner zu unterhalten. Das heißt aber nicht, den Clown zu spielen, sondern mit den Bewohnern Projekte zu machen. Das kann basteln, eine Gymnastikrunde und vieles mehr sein. Beispielsweise habe ich an einem Nachmittag im Advent mit ein paar Bewohnern Plätzchen ausgestoDSC 0403chen. Die Bewohner haben sich durch die Gerüche an alte Zeiten erinnert und ihre Freunde nicht verborgen.

Letztendlich bereue ich es nicht, dass ich diesen Kurs gewählt habe, denn es macht Spaß zu sehen, wenn man mit einfachen Dingen ein Lächeln in das Gesicht einer Person zaubern kann, die beispielsweise schon viele Verluste erlitten hat. (von Jana, 10. Klasse)

 DSC 0006Resümee einer Schülerinnen - Arbeit im WPK Compassion DSC 0008

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                       Ich bin mit gemischten Gefühlen in die  Einrichtung „Mittagstisch St. Michael“ gegangen. Ich hatte Angst vor Obdachlosen und Drogensüchtigen. Angst vor Menschen aus der „unteren Schicht“. Ich hatte ja keine Ahnung davon, wie es dort sein würde. Ich habe mich gefragt, wie diese Menschen auf mich reagieren würden, wie sie mich aufnehmen würden und ob sie mich akzeptieren. Aber ich hatte mir viel zu viele Gedanken gemacht. Schon nach dem dritten oder vierten Mal war ich schon ein Teil der gesamten „Großen Familie“ geworden.

                        Für mich war das Mitwirken in dieser Einrichtung eine ganz besondere Erfahrung. Diese Menschen brauchen unsere Hilfe und Unterstützung. Ich habe in diesem Halbjahr einen großen Teil dazu beigetragen. Am 1. Weihnachtstag wurden freiwillige Helfer gebraucht. Ich habe sofort zugesagt.

                     Ich habe in diesem Halbjahr gelernt, diese Menschen zu verstehen. Warum sie auf der Straße leben, was sie dazu bewogen hat. Außerdem habe ich gelernt, mit diesen Menschen umzugehen, meine Berührungsängste zu verlieren. Ich habe erfahren, was diese Menschen für schlimme Erfahrungen machen mussten und kann dadurch auch viel besser nachvollziehen, warum es eigentlich so ist, dass Menschen auf der Straße leben müssen und kann dies auch viel besser verstehen. Ich wünsche mir, dass diese Einrichtung immer genügend ehrenamtliche Helfer hat. Nach  meiner anfänglichen Skepsis hinsichtlich des WPK-Kurses beim Mittagstisch St. Michael, bin ich nun abschließend sehr dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte, diese Erfahrung für mich erleben zu dürfen und bin doch ein wenig traurig,  dass dieser Kurs nun zu Ende ist. (Antonia,10R2)  

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